Schattenspiele

Wer bist Du? Wer bin ich? Solange wir Schattenanteile verdrängen oder abspalten, können wir nicht fühlen, dass wir unendlich sind. Wenn sich Dein Herz nach seiner Urquelle sehnt, ist gerade eine hervorragende Zeit, sich mit dem Schatten zu beschäftigen. Um uns herum wabert Angst, profilieren sich Mächtige und herrscht allgemeine Verwirrung. Machtmißbrauch ist ein Riesenthema in diesem Jahr, abenso wie umwälzende Ereignisse. 
Deshalb lade ich Dich ein zum Schatten-Tauchen und im Anschluß singen wir 31 Minuten lang das 18. Pauri des Jap Ji Sahib, Asankh Murakh:

Asankh Murakh Ande Ghor (Zahllos die Unwissenden, die Thoren, die Blinden)

Asankh Tchor Haram-Khor (Zahllos, die mit Unrecht ihr Auskommen finden)

Asankh Amar Kar Ja-hi Jor (Zahllos Tyrannen, die andere schinden)

Asankh Galvadh Hatia Kama-hi (Zahllos Halsabschneider, Mörder ohne Gewissen)

Asankh Papi Pap Kar Ja-hi (Zahllos Sünder, die immer wieder sündigen müssen)

Asankh Kuriar Kure Phira-hi (Zahllos Lügner, mit Falschheit umgeben)

Asankh Maletchh Mal Bhak Kha-hi (Zahllos Elende, die in Schmutz und Verkommenheit leben)

Asankh Nindak Sir Kar-Hi Bhar (Zahllos Schmäher, die alles häßlich bezeichnen)

Nanak Nitch Ka-Hä Vitchar (Der geringe Nanak sagt nach sorgfältigem Vergleichen)

Varia Na Java Ek Var (Ich kann mich nicht ein einziges Mal Dir als Opfer darreichen)

Jo Tudh Bhavä Sa-i Bhali Kar (Alles was gut ist, muss Dir gefallen)

Tu Sada Salamat Nirankar (Du bist immer friedvoll und formlos in allem)(Übersetzung von Sat Hari Singh)

Liebe Deinen Schatten. Ich habe das Gefühl, dass es in diesen Zeiten einfach essentiell ist, seine Schatten (und die der gesamten Welt) zu umarmen. Denn sonst bleibt immer ein Eckchen in Dir, das meint, nicht vollkommen, göttlich und unendlich zu sein. Begegne Deinem Lieblingsfeindbild, betrachte die Welt aus den Augen eines Virus.

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